Heyho aus dem Norden in Thailand, der sehr charmanten Stadt Chiang Mai
, in der es bis zu 300 Tempel zu besichtigen gibt. Nachdem ich das volle Hostel wechseln musste, welches ich gebucht hatte, dann aber doch kein Platz mehr für mich hatte, habe ich noch in ein anderes Hostel einchecken dürfen, das sogar einen Pool hatte. Endlich hat Laura geantwortet, die sich hier auch aufhält und haben uns gleich für nachmittags verabredet. An chilliges poolen war allerdings nicht zu denken, da mein Zeh wurde von Minute zu Minute fetter und heißer wurde und ich kaum noch auftreten konnte. Also entschied ich mich dafür an meinen ersten Tag allein auf Reise direkt ins Krankenhaus zu steppen und diese fette Infektion kontrollieren zu lassen. Eine Britin aus dem Hostel hat mir schon prophezeit, dass sie den Nagel wahrscheinlich abnehmen
müssen, weil ein Bluterguss darunter sonst nicht verschwinden kann. Und genau so war es dann auch. Ich bin zusammen mit Laura ins Krankenhaus und dort haben sie direkt gesagt, jo sorry wir müssen ihnen den gesamten Nagel abenehmen. Ein Traum, ehrlich, geiler konnte es nicht kommen. Angsterfüllt, was jetzt mit mir in diesem asiatischen Krankenhaus passieren wird, wurde ich in einen Op-Raum geführt, wo dann auch schon glatt jemand mit einem offenen, blutenden Fuß lag und mit schmerz-verheultem-Gesicht behandelt wurde. Das macht Mut und ich wurde gleich gebeten mich in das Bett daneben zu legen. Wie bei Forrest Gump in dem Militär Krankenhaus waren die Betten dann nur mit Vorhängen getrennt und dann ging der Spaß auch schon los. Mir wurden drei fette Spritzen in den Zeh gerammt, um eine lokale Betäubung zu erhalten und die haben einfach nur unfassbar wehgetan. Sie haben sich so angefühlt, als ob die Kanülen einen Durchmesser von 5 cm haben und sich tief in meinen Zeh bohren. Zum Glück hat die Betäubung dann angefangen zu wirken und eine liebe indische Frau hat mir die Hand gehalten und mir ein wenig die Angst genommen. Dann hab ich nur noch gemerkt, wie damals bei meinen Weisheitszähnen, wie etwas festgewachsenes von meinem Körper gerissen wird und dann war es auch schon vorbei. Während der kompletten Prozedur habe ich an die Decke gestarrt und wollte einen Zeh ohne Nagel echt nicht sehen. Zusammen mit Laura bin ich Abends in mein Hostel, denn hier gab es passend zu den Festlichkeiten eine kleine Party mit einem BBQ für Alle. Leider herrschte auch in Chiang Mai draußen noch Krieg, der zwei weitere Tage anhalten sollte und da günstigerweise mein Verband nicht nass werden durfte, hatte ich so ziemlich das Beste Timing erwischt, während draußen die landesweite Wasserschlacht tobte. Vielleicht hab ich Glück gehabt, meine Behandlung hat 90€ gekostet und ich kann nur Positives berichten, ich kam direkt dran und es wurde sich gut um mich gekümmert, ein Erlebnis war es trotzdem.
Das Ganze habe ich auch deshalb so detailiert beschrieben, da ich euch den Tipp geben will: Wenn was ist, nicht zögern und ins Krankenhaus gehen, in den größeren Städten und Touristenzentren haben sie vorangeschrittene Krankenhäuser, zwar immer noch nicht mit den westlichen zu vergleichen, aber wenn es um Dinge geht wie betäuben und „kleinere“ Dinge verarzten, kann ich euch beruhigen- das können die schon 😀 Würde mich vielleicht nicht unbedingt darauf freuen, dort meinen Blinddarm entfernt zu bekommen 😀 Btw: Immer eine Rechnung und Krankennachweis geben lassen, mit meiner Auslandsversicherung hat alles super geklappt und hab alles zurückbekommen.
Eigentlich bin ich nach Chiang Mai gekommen, um mich sportlich zu betätigen, hier kann man super durch die Berge mountainbiken und trekken, aber das war mit dem Zeh nun leider gestorben. Deswegen haben Laura und ich dazu entschieden einen Kochkurs zu machen, was ich so oder so machen wollte. Wir wurden morgens abgeholt und zunächst ging es zum Markt, wo uns die typischen Gewürze und Zutaten für thailändische Gerichte gezeigt wurden.



Anschließend sind wir in die Kochschule gegangen und haben zunächst ein Curry vorbereitet und dazu die Currypaste in einem Mörser erstellt.

Dann haben wir die Zutaten für Pad Thai und Tom Kha (mega leckere Kokosnusssuppe), sowie Green Curry geschnibbelt.

Es war echt eine entspannte Atmosphäre und die Anlage war sehr süß, jeder hatte seinen eigenen kleinen Herd und ein Stück Baumstamm, das als Platte zum schneiden benutzt wurde. Eins nach dem Anderen haben wir gekocht und verspeisen dürfen und es war wirklich so lecker- nicht zufällig gehören Pad Thai und Kokosnusssuppe bisher zu meinen Favorites.


Als Nachtisch wurde uns dann noch gezeigt, wie man Sticky Reis mit Mango macht und dann war die Kochschule vorbei. Als Abschied haben wir noch ein Büchlein mit allen Rezepten bekommen und ich versuche mich dann, wenn ich zurück in Deutschland bin direkt an einem Pad Thai, auch wenn die Zutaten sehr speziell sind.
Danach wollten wir erstmal entspannen und wir wurden jeweils an unseren Hostels abgesetzt, glücklicherweise in einem geschlossenen Van, da draußen immer noch der Wahnsinn tobte. Jetzt kam eine noch schlimmere Prozedur als die Op, nämlich der Versuch die Kompresse von der saftigen Wunde zu lösen und zu wechseln. Das war einfach unmöglich, da die Wunde quasi mit dem Verband verbunden war und somit hab ich zwei schmerzhafte Stunden damit verbracht, die Kompresse nanometer für nanometer von der Wunde zu lösen und normalerweise hat man ja einen Selbsterhaltungstrieb und möchte sich nicht selbst Schmerzen zufügen, aber hier ging es nicht anders. Wow, sind die eigentlich bekifft gewesen als die mich verbunden haben?! Abends hab ich mich dann wieder mit Laura getroffen, um auf einen Nachtmarkt zu gehen, auf dem es mega süße Dinge zu kaufen gab und noch leckereres Essen-mjom mjom hatte Pilzstreifen mit Schinken umwickelt!


Laura wollte am nächsten Tag trekken, was für mich ja flach viel und so hab ich mir ein Fahrrad für 1,50€/24h gemietet und hab eine Tempeltour gemacht. Dazu muss man einfach durch die Straßen von Chiang Mai fahren und alle 2 Minuten anhalten, denn so häufig stand da plötzlich wieder ein neuer Tempel. Und die sahen, obwohl sie vom Kern alle gleich sind, doch alle anders aus …



Ich bin auch zu dem weiter entfernten Arcade Busbahnhof gefahren, um mir ein Ticket ins Kloster für den nächsten Tag zu klären. Denn mit meinem Fuß hätte ich nicht mehr viel in der Stadt machen können und wollte deswegen nun Ruhe finden und dem Krüppelzeh Zeit geben, sich zu generieren.


Der Tag war sehr relaxed, hab hier und da mal einen Bubble Tee getrunken, bin rumgecruist, die Stadt ist wirklich sehr hübsch und wurde dann irgendwann von Hinten von einem Rollerfahrer in Militärsanzug attackiert, der anhielt, seine Hand auf meinen Arsch legte, und dann zufrieden weiterfuhr und nochmal verschmitzt zurückblickte. WTF, man so schnell wie das passiert ist konnte ich kaum reagieren, sonst hätte es aber geknallt… Hab dann bis es dunkel wurde noch in einem Park gechillt und abends wieder mit Laura zum Essen getroffen, die noch ein deutsches Mädel aus ihrem Hostel mitgebracht hatte, die aber irgendwie komisch war. Mein kleiner Trip nach Chiang Mai war leider durch das Fest blockiert, man konnte sich die ersten Tage nichts ansehen und mitfeiern konnte ich auch nicht, weil ich nicht laufen konnte und der Fuß nicht nass werden durfte. Es ist trotzdem sehr empfehlenswert einen Abstecher dorthin zu machen, am nächsten Morgen bin ich mit dem Bus ins Kloster gefahren, und Laura wollte mir nachkommen, da sie das Ganze auch ziemlich interessant findet. Aber davon nächstes mal mehr…

